Benedikt Jahn

Weltenbauer & Autor

Benedikt Jahn

Ben in seinem Hängestuhl.

Für alle, die nur hier sind, um meine Hard facts zu finden:

Wer sich jetzt noch brennend für meinen Werdegang als Versicherungsmathematiker interessiert, ist gerne dazu eingeladen, mich auf LinkedIn zu stalken. Alle anderen kann ich erleichtern: Jetzt gehts um die wirklich spannenden Dinge.

Wie ich zum Schreiben kam

Mein Weg zum Schreiben begann mit einer dreisten Lüge: Ich „las“ Winnie Puuh vor. Meine Großeltern waren beeindruckt, ich war stolz – und niemand bemerkte, dass ich den Text einfach auswendig konnte, inklusive der dramatischen Umblätterpausen.

Leider ist mir diese Superkraft abhandengekommen. Und ich könnte nicht einmal sagen, welcher Winnie-Puuh-Band es war.

Ich lernte das Lesen und begann, ein Buch nach dem anderen zu verschlingen. Mit elf Jahren stieß ich auf ein Buch, dessen Prämisse ich liebte. Sein Ende allerdings überhaupt nicht. Also tat ich das einzig Logische: Ich schrieb es um.

Nur wenige Wochen später nahm ich mir einen frischen, völlig leeren Collegeblock. Mit dem Wort, „Tradinos“, legte ich den Grundstein zu meiner aller ersten Fantasy-Welt. Heute heißt das Projekt Lirzakin – und sieht nach über 15 Jahren völlig anders aus als früher; sogar Tradinos wurde zum Standesamt gebracht und musste sich in Tradin umbenennen. Außerdem hat er nun einen Nachnamen.

Seitdem baue ich Fantasy-Welten.

Als ich merkte, dass letzte Kapitel viel einfacher zu schreiben sind als erste, konzentrierte ich mich zunächst auf den Weltenbau. Lirzakin wuchs, Urban Fantasy Welten kamen dazu. Doch schließlich merkte ich: Welten ohne Geschichten sind wie Bühnen ohne Schauspieler. Hübsch anzusehen (und angenehm ruhig), aber man weiß nie, wann man aufstehen und gehen soll.

Praktisch, dass mittlerweile ohnehin einige Stories darauf drängten, erzählt zu werden. Und so setzte ich mich wieder hin und begann, sie aufzuschreiben.

Was mich ausmacht

„Ich interessiere mich für fast alles. Außer Promis“

Jeder Mensch hat dieses Eine, das ihn ausmacht. Etwas, das über allem in seiner Persönlichkeit steht. Für die einen ist das Ehrgeiz (das sind die, die sich mit Zähnen und Klauen die Karriereleitern hochkämpfen), für andere ihr Aussehen (Grüße gehen raus an all die Gym-Bros) und für irgendwen wird es die obszessive Wahl der richtigen Wandfarbe sein; seit dem Internet wissen wir schließlich, dass ALLES existiert.

Für mich ist das Neugierde. Ein Durst, ein Drang, ein Hunger, der mich antreibt, seit ich denken kann. Ich interessiere mich für fast alles. Außer Promis. Ich kann stundenlang über Themen der theoretischen Philosophie diskutieren, dann zu den kleinen und großen Zusammenhängen der Völkerwanderung im 4. Jhdt. umschwenken und bei einer hitzigen Debatte über die menschliche Psychologie enden (oder warum nicht auch bei der Psychologie von Pinguinen? Wobei ich ehrlich bin: Da sind meine Kenntnisse – noch – beschränkt).

Neugierde ist der rote Faden durch alles, was ich tue – egal ob Mathematik, Geschichte, Philosophie oder Fantasy. Wenn mich etwas fasziniert, möchte ich verstehen, wie es funktioniert. Will jedes Detail darüber wissen. Es einordnen in das Netz von allem was ich weiß. Und es einbetten in die verdrehte Welt meines Kopfes. Und genau daraus entstehen am Ende auch meine Welten.

Denn genau wie ich es liebe, Wissen, Konzepte, Ideen in mich einzusaugen, habe ich Spaß dabei, all diese Gedanken, Systeme und Logiken zu verbinden, zu verdrehen und in neue Welten und Geschichten zu leiten. Ideen sprudeln dauernd in meinem Kopf umher, tauchen auf und gehen wieder unter. Und nur die besten, die ungewöhnlichsten, die sich in meinem Hirn festsetzen und nicht mehr loslassen, spinnen sich nach und nach in meine Projekte ein.

Mathe und Fantasy?

Ein Mathematikstudent, der Fantasy schreibt? Auch noch ein Versicherungsmathematiker? Entscheide dich mal! Du kannst nicht beides tun!

Doch. Kann ich.

Mit Mathematik trainiere ich meinen Kopf, Systeme zu verstehen und zu entwickeln. Welche Regeln gelten? Wo liegen ihre Grenzen? Was sind die Folgen all meiner Annahmen? Wo gibt es Widersprüche?

Und das sind genau die gleichen Fragen, die ich an meine Welten und Geschichten richte. Ein glaubwürdiges Magiesystem entsteht nicht durch hübsche Effekte und tolle Zauberwörter, sondern durch klare Regeln, Balance, implizite Auswirkungen und rigorose Konsequenzen seiner Existenz. Wenn jeder mit einem Fingerschnippen Feuer erzeugen kann, gibt es keinen Markt für Streichhölzer (außer… aber dazu unten mehr). Dasselbe gilt für Wirtschaft, Politik oder Gesellschaften. Mich reizt nicht das Chaos, sondern die Logik dahinter.

Umgekehrt profitiert auch die Mathematik von der Fantasy. Denn gute Mathematik besteht nicht nur aus Formeln und Beweisen. Oft beginnt sie mit einer Idee – einem ungewöhnlichen Blickwinkel oder einem Gedanken, den man zunächst gar nicht für möglich hält. Kreativität bedeutet hier nicht, Regeln zu ignorieren, sondern neue Wege innerhalb dieser Regeln zu entdecken.

Um es kurz zu sagen: Mathematik und Fantasy sind die beste Kombination, um in einem ungewöhnlichen Set an Regeln die Frage zu stellen:
Was wäre, wenn…?

Ich als Weltenbauer

„Du kannst alles tun. Du musst es nur richtig begründen.“

Ein kleiner Gott, der seine kleinen Welten entwirft. Zugegeben, einem Weltenbauer Allmachtsfantasien vorzuwerfen, ist nicht zu weit hergeholt. Genau da beginnt ja der Spaß. Hast du dich schon einmal gefragt, wie die Welt wäre, wenn Pflanzen ein Hirn in menschlicher Größe hätten? Also wirklich nur das Hirn. Keine Arme, keine Beine und keine Möglichkeit, auf ihren Wurzeln schnell durch die Gegend zu flitzen (obwohl das sicher ein ziemlich lustiger Anblick wäre). Ich schon. Ich habe es mir vorgestellt. Und weil es spannend war, habe ich daraus direkt eine Welt und eine Geschichte gemacht. Keine, die ich jemals schreiben werde – vermutlich – , aber spannend genug, dass ich mich nach 12 Jahren noch an sie erinnere.

Weltenbau ist eine wunderbare, große Spielwiese. Ich werfe Regeln, Störfaktoren, Prämissen oder coole Drachen hinein und beobachte, was passiert. Was folgt daraus? Was würden die Menschen tun? Wie würde sich eine Gesellschaft entwickeln? Und wenn es dann WIRKLICH Helden gäbe. Oder wahrhaft systemische Bösewichte. Würde man sie überhaupt erkennen?

Alle meine Welten sind aus einem Funken entstanden. Ein Lied, dessen Stimmung ich einfangen wollte. Ein Bild, um das herum ich eine Szene entwerfe. Um dieses herum eine Geschichte. Für die Geschichte eine Kulisse.

Und diese Kulisse muss natürlich konsistent sein. Also wird eine Welt darum erschaffen. Die Welt braucht Besonderheiten. Die Besonderheiten haben Auswirkungen und verschieben den Fokus.

Die Story wird angepasst, weil sie nun viel spannender sein kann, wenn sie ihre ursprüngliche Kulisse verlässt. Und wenn sie fertig ist, ist die Szene und damit das Bild, aus denen sie entstanden sind, nicht einmal mehr Teil der Welt, weil sich dort an dieser Stelle nun etwas ganz anderes, viel spannenderes (oder gemütlicheres oder schöneres oder erschreckenderes) befinden muss.

Und die Welten setzen sich durch Funken fort. Denn nur die wenigsten Funken sind stark genug, eine eigene Welt zu tragen. Die meisten ordnen sich ganz natürlich in eine bestehende Welt ein. Und so habe ich Welten, die aus 1, 2 oder 3 Funken bestehen oder Welten, die aus hunderten und tausenden Funken entstanden sind. Vereint, miteinander harmonisiert, wechselwirkend. Und so oft durchdacht, dass sie kaum noch etwas mit dem ursprünglichen Gedanken zu tun haben.

Und wenn ich etwas sehe, das unbedingt in die Welt hinein muss, aber scheinbar keinen Platz hat? Na, dann wird es dennoch eingebaut! Du kannst alles tun. Du musst es nur richtig begründen.

Eine Erde mit pinkem Himmel, aber die Menschen bemerken es nicht, sondern nur deine auserwählte Gruppe an Trainspottern? Na klar!

Schauen wir in der Menschheitsgeschichte zurück. Die erste Farbe, von der die Menschen schrieben, war rot. Es gab keine Beschreibung von grün oder blau. Grün folgte später. Und blau? Taucht erst so spät in der Literatur auf, dass es geradezu bemerkenswert ist! Beschreibungen des Meeres waren zu vorheriger Zeit, wenn es überhaupt als farbig beschrieben war, grün (oder bei Homer „weindunkel“). Der Himmel farblos, manchmal weiß (wenn nicht grau).

Die linguistische Vermutung lautet: Weil es kein Wort für blau gab, haben die Menschen es nicht ausdrücken und daher auch nicht bewusst wahrnehmen können. Genau wie Völker am Amazonas hunderte Worte für Grün haben und Schattierungen sehen, die für uns Europäer unsichtbar sind.

Vielleicht also hat die Trainspotting-Community dieser Welt ein eigenes Wort erfunden? Für genau diesen Farbton, den der neue RCJ-6 in rot-weißer Lackierung hinterlässt, wenn er mit 600 km/h aus dem Tunnel saust. Und hat man erst einmal ein Wort, fällt plötzlich auf: Moment mal. Der Himmel… der sieht ja ganz genauso aus.

Arbeit an meinen Welten & Tools

Natürlich sind Ideen und Phantasie die Grundlage des Weltenbaus. Doch die wirkliche Arbeit daran ist weniger spontan und viel, viel langwieriger.

Mein wichtigstes Werkzeug ist dabei das klassische, kleine schwarze Notizbuch. Nicht, weil es effizienter wäre, sondern weil es einfach nach „Weltenbauer“ aussieht. (Bonus: Freunde und Familie sind von einem vollgeschriebenen Notizbuch viel faszinierter als von digitalen Textdokumenten). Für mein Lirzakin-Projekt gilt dort die eiserne Regel: Eine Idee pro Seite. Überschrift, vielleicht eine Skizze und nur so viel Text, wie aufs Papier passt. Das zwingt mich dazu, Ideen auf den Punkt zu bringen, während ich am Bahnhof sitze, einen Tee trinke und auf meinen Zug warte.

Aber natürlich bin auch ich im digitalen Zeitalter angekommen. Die wirkliche Strukturarbeit passiert am PC – und da kommt der innere Statistiker in mir durch:

  • Obsidian (Für das Wissen): Mein digitales Gehirn. Hier sind alle Notizen verlinkt, sortiert und mit so vielen Metadaten gespickt, dass ich Auswertungen darüber fahren kann. Hier wachsen Zeitstrahlen, Figuren und Plots dynamisch zusammen.
  • GIMP (Für die Karten): Handgezeichnete Karten haben Charme (und liegen immernoch liebevoll in einem Ordner), aber mittlerweile baue ich sie digital. Ich weigere mich zu sagen, wie viel ich dabei geflucht habe, bis etwas Ordentliches herauskam. (Sollte einer meiner damaligen Nachbarn das hier zufällig lesen: Es tut mir leid.)
  • R & Python (Für den Wahnsinn): Weil ich Perfektionist bin, eskaliere ich auch gerne mal ins Programmieren. Ich habe magische Siegel mit der Statistik-Software „R“ gezeichnet und eigene Übersetzungsprogramme in Python geschrieben. (Während ich das hier tippe, überlege ich bereits, einen Generator für Siegelnetze zu bauen. Deterministisch genug wären sie…)

Ich als Schreiberling

„Die Realität wäre viel cooler mit einem Erzähler, der zu allem seine Kommentare abgibt.“

Wieso ich Welten baue, wissen wir jetzt schon. Und wieso also nun Geschichten? Na zum Einen, weil keiner von euch meine wunderbar lexikonhaften Artikel zu meinen Welten lesen will (Frechheit!). Zum anderen, weil erst Geschichten eine Welt wirklich spannend machen. Kannst du dir vorstellen, eine Stadt zu sein, die über Jahrhunderte wächst, sich verändert, zerfällt und dann wiederbewohnt wird? Eher nicht (auch wenn ich das jetzt mal schnell auf meine Schreibübungsliste setze… es klingt spannend!).

Aber du kannst dir vorstellen, eine Person zu sein, die durch die alten, von Sandstürmen geschliffenen Tore einer antiken Oasenstadt tritt. Der Lärm aus Kamelstapfen, Rufen der Händler und dem Flattern der Markisen im Wind. Gewürze, Dung und Schweiß malträtieren deine Nase. Du greifst fester zu und bist froh, dass die Person, deren Hand du hältst, es mit dir durch die Wüste geschafft hat.

Für mich (und die Absätze von Sachliteratur und Belletristik betrachtend wohl auch für einen Großteil der Gesellschaft) sind Geschichten das eigentliche Leben einer Welt. Der Kern, der in den Bann zieht und nichtmehr loslässt. Schon beim Erschaffen meiner Welten ist es dieser Bann, der mich antreibt. Der mich weiterzieht.

Ein letztes wichtiges Detail: Ich liebe (und damit meine ich wirklich: ich LIEBE) Story-Meta. Der Erzähler, der die Hälfte der Geschichte aus seiner Sicht kommentiert? Ein vorangestellter Brief, der impliziert, dass ein Entdecker die Geschichte gefunden und „übersetzt“ hat? Ein Vorwort eines Protagonisten, der uns einlädt,seine Geschichte zu lesen? Es gibt kaum etwas, das der Welt schneller ein vielschichtigeres Antlitz verleiht. Und mal ehrlich: Sogar die Realität wäre viel cooler mit einem Erzähler, der zu allem seine Kommentare abgibt.

Arbeit an Stories & Tools

Komme ich dazu, eine Geschichte fertig zu entwickeln, dann ist mindestens ihr grober Ablauf in meinem Kopf schon präsent. Charaktere, ihre Ambitionen, Bedürfnisse, Antriebe. Ihr Weg. Dinge, die sie in Bewegung bringen, deren Folgen. Und natürlich auch das Ende, das sich aus all dem als Konsequenz ergibt.

Der Weg von dort zur fertigen Geschichte läuft bei mir in festen Schritten ab:

  1. Erster Entwurf: Mal als analoge Karteikarten, mal als Text in OneNote, Obsidian oder Word – hier kommt raus, was im Kopf schon feststeht.
  2. Struktur ausbessern: Längen werden gestrichen, zu volle Passagen aufgeteilt oder gedehnt. Testweise stülpe ich hier auch klassische Plotstrukturen über die Geschichte.
  3. „Deadline-Stellen“ markieren: Ich bestimme, welche Informationen die Geschichte braucht – und den spätesten Punkt, an dem sie eingeführt sein müssen. Ist etwas vorher schon bekannt, umso besser. Fehlt es bis dahin, wird eigens eine Szene oder Stelle dafür geschaffen.
  4. Szenenplanung: Jetzt wechsle ich in mein Schreibprogramm, Papyrus Autor 11. Von vorne nach hinten lege ich Kapitel und darin Szenen an und bestücke sie mit allen wichtigen Informationen.
  5. Letzter Überblick: Ist die Struktur stimmig? Könnte die Story mit exakt dieser Einteilung erscheinen? Gibt es Füllerszenen? Fehlt etwas? Stimmt das Pacing?
  6. Schreiben: Erst dann beginne ich tatsächlich zu schreiben – ebenfalls in Papyrus Autor. Dazu passende Musik (leise, meistens LoFi), eine Tasse Tee, und ich tauche ein in meine Charaktere (oder Erzähler).

Wie ich zur Satire kam

Na endlich! Das wichtigste aller Absätze, die da waren und jemals kommen werden! Es mag dem einen oder anderen aufgefallen sein, dass ich mich selbst zwar als Fantasy-Autor bezeichne, meine fortgeschrittensten Projekt jedoch eher der Satire zuzuordnen sind. Zugegeben, mein Abenteuer und Helden ist eine Fantasy-Satire. Trotzdem möchte ich das hier einmal begründen:

Satire ist einfach. Punkt. Fertig. Vielen Dank fürs Lesen. Auf wiedersehen.

Na gut. So einfach ist es doch nicht (also weder die Antwort, noch Satire zu schreiben). Also beginnen wir am Anfang. Oder wie ein mir wohl bekannter Eisbär sagen würde: „Setz dich hin, ich erzähl dir mal eine Geschichte. Fangen wir ganz von vorne an. Oder nee, noch früher. Also … ähm. Kurz vor dem Urknall…“.

Ja, so viel Zeit haben wir nicht. Lassen wir ihn also erzählen und kommen wieder zurück zu mir:

Ich liebe Humor. Ich weiß, das ist bestimmt schon die dritte Sache, von der ich auf dieser Seite behaupte, dass ich sie liebe. Aber genauso wie bei den vorherigen stimmt es auch hier. Und mal ehrlich: Wer mag schon auch keinen Humor? Besonders liebe ich aber absurden Humor. Und wo bitte geht es absurder zu als in Fantasy-Welten? Entgegen der allgemeinen Darstellung ist es nämlich nicht so, dass man in der Fantasy „alles neu“ erschafft. Im Gegenteil. Schon Tolkien griff auf klassische Tropes der Folklore und Mythologie zurück. Heutzutage gibt es eigene Fantasy-Tropes. Und wenn ich nun ein ewig lebendes Volk mit langem silbernen Haar, misogynem Äußeren und weisem, mystischen Wissen erschaffen will, dann muss ich sie nicht in unzähligen Seiten beschreiben, sondern nenne sie einfach „Elfen“ oder „Elben“ und der Leser hat sofort ein Bild im Kopf. Ich muss es nur dann beschreiben, wenn ich diese Tropes breche. Haben meine Elfen spitze Ohren, muss das im Text nicht erwähnt werden. Haben sie eine Irokesenfrisur, sollte ich einen Absatz darüber verlieren.

Spielt man wie ich gerne mit den Regeln der eigenen Welten oder den Tropes der Fantasy, trifft man früher oder später auf absurde Auswüchse. Lustige Auswüchse. Ob sprachlicher Natur, systemischer Natur oder objektiver Natur. Mein Humor, meine Satire spielt mit diesen Erwartungen. Bricht sie an unerwarteter Stelle. Oder (noch besser) bleibt brav in ihren Regeln und treibt sie ins Absurde.

Lange Zeit habe ich das zum Entspannen genutzt. So lange, bis es einfach wurde, aus allem etwas komisches zu machen. Und wie bei all den Ideen, die immer wieder in meinem Kopf umhergeistern, habe ich irgendwann daraus eine Welt gemacht. Und dann habe ich sie geschrieben.

Wieso aber sind meine ersten fertigen Manuskripte beide Satiren geworden, wenn Humor nur eine Entspannungsübung war? Und hier sind wir wieder bei meinem anfänglichen Statement: Weil Satire einfach ist. Nicht der Weltenbau, nicht die Story. Sondern das Erzählen. Meine Satire wird von charakterstarken Erzählern getragen. Sie haben ihre Art zu sprechen, ihre Art zu denken, ihre Art, Dinge zu sehen, etwas subjektives. Ich muss nicht darauf aufpassen, alles möglichst filterfrei zu schreiben, sondern ich bin direkt in der Person drin. Und wenn es etwas gibt, das mir sehr einfach fällt, dann mich in eine Person hineinzu setzen und aus ihrer Sicht eine Geschichte zu erzählen.

Satire ist für mich also einfach, weil sie subjektiv ist.

Und jetzt?

Neugierde war der rote Faden durch diese ganze Seite – und sie hört hier nicht auf. Meine Startseite führt dich zu meinen Projekten, meinem Blog und einem Archiv, in dem eine Organisation ganz offiziell und äußerst professionell meine Welten untersucht. Wie ernst du das nimmst, bleibt dir überlassen.

Und falls dich das noch nicht genug beschäftigt: Schreib mir gerne über mein Kontaktformular. Mit Feedback, mit Fragen – oder falls du wissen willst, wie die Geschichte des Eisbären weitergeht. Fair gewarnt: Sie führt garantiert mit einem Flugzeugträger auf den Mars.

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